Freitag, 16. November 2012
Mein Vater
Mein Vater hatte nie viel Zeit für mich, er war zwar jeden Tag gegen 16 oder 17 Uhr zuhause und hatte das Wochenende frei, doch dann wollte er seine ruhe.
Er hat eine Tochter aus erster Ehe, sie ist glaube ich 28, ganz sicher bin ich mir aber nicht..
Und halt meinen Bruder, er ist 26.
Ein 3. Kind, also mich, wollte er eigentlich nicht und vorallem nicht noch ein Mädchen.
Das erklärt wohl, warum er nie Zeit für mich hatte..

Als er mit seiner neuen Freundin, deren Tochter und meinem Bruder in die neue Wohnung zog sah ich ihn nurnoch alle 2 Wochen, aber was mit mir unternehmen ?
Fehlanzeige.
Er schob mich zu meiner "Stiefschwester" ab, da konnte ich mich ja bis Sonntag Nachmittag beschäftigen.
Sie war 2 Jahre jünger als ich, aber hatte es Faustdick hinter den Ohren.
Sie kommandierte und schickanierte mich herum und ich ließ es mir gefallen und hielt den Mund, ich wars ja gewohnt.

Seine Freundin trennte sich 2008 von ihm, er zog in die Wohnung in der ich heute lebe.
Er hatte 2009 eine neue Freundin, sie waren bis September letzten Jahres zusammen, seitdem hat er eine neue Freundin, mit ihr ist er wieder in eine neue Wohnung gezogen.

Ich besuchte meinen Vater nichtmehr regelmäßig nachdem er 2008 umgezogen ist, obwohl er nurnoch einen Ort weiter wohnte.
Wenn wir uns sahen kotzte er sich immer über meinen Bruder aus, warum werdet ihr später erfahren..
Ich kam nur selten zu Wort und irgendwann war ich es leid, dass ich mich immer bei ihm melden musste, er kam nicht auf eine solche Idee..

Heute habe ich auch keinen Kontakt mehr zu ihm, denn wer meint, meinen Freund beleidigen zu müssen, der beleidigt auch mich !



Donnerstag, 15. November 2012
Meine Mutter
Ich weiss nichtmehr wie sie war als ich klein war, aber ich weiss, dass ich sie sehr geliebt habe.
Sie hat immer versucht meinen Bruder und mich gleich zu behandeln, obwohl mein Bruder mit der Zeit immer komischer wurde.
Er fing an sie zu bestehlen, sich zu prügeln, die Schule zu schwänzen und und und..
Meine Mutter war immer zuhause, mein Vater verdiente in seinem Beruf schließlich genug..
Ich hatte oft Angst, dass meine Eltern irgendwann sterben würden und so lag ich oft nächtelang wach und weinte, ich weinte einfach still und hatte Angst.

2 Monate vor meinem 10. Geburtstag zog mein Vater mit meinem Bruder aus, den Tag feierte ich heimlich.
Meine Mutter fing an zu arbeiten, erst in einer Kneipe, dann später ging sie nebenher noch putzen.
Meine Noten wurden immer schlechter, ich fing an mich für Jungs zu intressieren.
Als die Kneipe dicht machte, war meine Mutter eine weile Arbeitslos, dann fing sie als Kassiererin in einem riesen Unternehmen an.
Bei der Frühschicht begann sie um 5Uhr morgens zu arbeiten, die Spätschicht ging bis 23 Uhr ..
Ich war oft alleine und so kam auch ich auf dumme Gedanken.
Ich fing an meiner Mutter Geld zu stehlen, fing an zu rauchen und ja..
Ich war einfach verzogen..
Zur heutigen Zeit wär ich wohl einfach gewesen wie die Jugend heut zutage halt so ist..

Um wieder zu meiner Mutter zu kommen..
Sie war nicht oft zuhause, so bekam sie nicht mit, wenn es mir schlecht ging.
Auch wenn sie es mitbekommen hätte, so hätte es nichts gebracht.
Ich sprach nicht über meine Probleme, nie.
Nach einem Jahr war meine Mutter wieder Arbeitslos, es war ein ständiges hin und her..
Sie wurde immer nur befristet eingestellt.

Meine Mutter war nie die sauberste oder ordentlichste, egal ob sie Arbeiten ging, oder ob sie Arbeitslos war.
Ich schämte mich oft, vorallem, weil auch ich nicht wirklich ordentlich war in meiner Jugend, es wurde schließlich nicht anders vorgelebt.
Meinte Mutter wechselte oft ihre Partner, bei uns gingen oft Männer ein und aus die ich nicht kannte.

Irgendwann kam der Tag an dem sie mit einem Mann zusammen kam.
Das war im Mai 2007
Ich verstand mich gut mit ihm, aber es hielt nur 7 Monate.
Sie tranken oft Bier, eigentlich jeden Tag.
Es machte mir etwas Angst..
Wir hatten nicht viel Geld, wir hatten nur sehr selten Saft oder Erfrischungsgetränke zuhause, weil wir kein Geld hatten.
ABER BIER war immer reichlich vorhanden.

Im März 2008 kam sie mit ihrem jetztigen Freund zusammen, sie trinken auch jeden Tag..
Ich habe es gehasst, deswegen bin ich auch so früh von zuhause ausgezogen.

Meine Mutter erfuhr mein Schicksal etwa 1,5 Monate nach meinem Freund über den Facebook Chat, ich bin nicht stolz darauf, aber geändert hat es nichts..
Seitdem haben wir uns nurnoch einmal gesehen, auf dem Geburtstag meiner Oma, sie ruft mich nicht an und fragt wie es mir geht oder schreibt mir mal ne Nachricht, aber meine Bilder, die kann sie alle li ken.



Donnerstag, 15. November 2012
Ein gefallener Engel mit gebrochenen Flügeln
gebrochener Engel



...
Manchmal frage ich mich, wie mein Leben wohl wäre, wenn ich als Kind nicht Missbraucht worden wäre.
Wäre meine Liebe reiner ?
Meine Küsse bedingungsloser und der Sex spaßiger ?

Ich Liebe meinen Freund über alles und bin unglaublich froh ihn zu haben.
Ich tue alles für, kaufe das ein was er gerne isst und trinkt und auch generell spare ich nicht mit Geschenken.
Es sieht vielleicht so aus, als würde ich ihn kaufen, aber so ist das nicht.
Er sagte mir mal, er hätte am Anfang angst gehabt, dass ich ihn verarsche, dass ich nur so tue und eigentlich garnicht so wäre.
Er sagt mir immerwieder wie toll ich bin und dass er froh ist mich zu haben.
Dass er es toll findet, was ich alles für ihn tue und das ich immer für ihn da bin.

Ich war eigentlich nie so, ich hab mir nie wirklich viel Mühe in einer Beziehung gegeben, aber als ich ihn kennenlernte war plötzlich alles anders..
Er ist einfach so besonders und ich hab einfach unglaubliche Angst ihn zu verlieren.

Ich brauche keine Angst haben, denn er Liebt mich und er bleibt bei mir, obwohl er weiss, was darmals passierte.

Manchmal sagt er ich wär Schizophren, es könnte durchaus sein, meine Stimmung schlägt sehr schnell um, aber trotzdem ist er immernoch bei mir . <3



Marvin.
Marvin ist ein sehr guter Freund von mir, den ich schon lange kenne.
Als er vor ca 7 Jahren aus Dortmund hierher zog kannte er niemanden, bis er mich im Schwimmbad kennenlernte.
Ich war 13 und er 12 und wir verstanden uns auf anhieb super.
Wir sahen uns jeden Tag und abends telefonierten wir immer lange.
Irgendwann verloren wir uns aus den Augen, doch als wir uns ende 2011 wieder trafen war es, als wären wir nie getrennt gewesen.
Wir schrieben oft und trafen uns wenn die Zeit es zuließ.
So auch an diesem Tag..

Es war ende August, als ich mit ihm durch die Gegend fuhr und wir scherzten, als ich ihm erzählte, dass ich meinem Freund mein größtes Problem erzählt habe, von dem bisher noch niemand etwas weiss, er wollte nicht wissen was es war, er versuchte nur zu verstehen.

Als ich ihn nach hause bringen wollte erzählte er mir, dass auch er ein Problem habe, seine Mutter sei mit 13 Jahren vom Nachbarn vergewaltigt worden, ich war still, doch nach einigen Minuten brach ich ihn tränen aus.

Von dort an wusste auch Marvin, wo mein Problem lag.
Das einzige, was ich ihm aber erzählte war, dass es nie bis zur Vergewaltigung gekommen war.


Als ich nach Hause kam und meinem Freund erzählte, dass Marvin davon weiss war er sauer, er wollte nicht mehr mit mir reden und verließ die Wohnung.
Zu groß war der Schmerz, dass ich es ihm erzählt habe, wo er es doch erst seit einigen Tagen wusste.

Er war enttäuscht..
Schliesslich war er schon 11 Monate mit mir zusammen und wollte, dass ich ihm alles erzähle, egal was ich hab, doch er verstand nicht, dass ich es nicht erzählt hab, sondern das es einfach im Zusammenhang heraus kam..



Wie mein Freund davon erfuhr.
August 2012
Es war spät, ich war mit meinem Besten Freund unterwegs gewesen, als ich etwas angetrunken heimkam und meinen Freund halbnackt mit seinen Kifferfreunden in unsrer total verräucherten Wohnung vorfand.
Es reichte mir, ich schmiss alle bis auf meinen Freund raus und randalierte, es flogen nicht nur unschöne Worte, sondern auch Gläser und alles was mir grad zwischen die Finger kam.


Als ich mich beruhigt hatte und er anfing mir Vorhaltungen zu machen reichte es mir, ich sagte er solle gehen und nie wieder kommen.
Er fing an meine Familie zu beleidigen und ich brach, wie immer, in Tränen aus.

Er wusste, dass ich ein Problem hatte, welches jedoch war ihm bis zu diesem Augenblick noch nicht klar.
Er fragte mich wo mein Problem seie, ich sagte "Ich hab keins".
Doch das glaubte er mir nicht, er fragte wieder, ich verneinte immernoch.
Als er mit damit drohte mich zu verlassen rückte ich mit der Sprache raus.
"Ich wurde als Kind missbraucht!"
Mein Freund war geschockt und ich konnte die Tränen nichtmehr zurück halten, ich weinte und weinte bis ich dachte mein Kopf würde platzen, er tat so unglaublich weh.
Mein Freund hielt mich lange fest, bis ich ihn bat mich alleine zu lassen.

Er war der erste Mensch in meinem Leben, der davon erfuhr und natürlich riet er mir das, was mir jeder in diesem Moment geraten hätte "Geh zur Polizei und erstatte Anzeige "
"NEIN!"
Ich wollte nicht, dass noch jemand davon erfährt, ich wollte keine Einzelheiten erzählen müssen, denn das tat ich bei meinem Freund auch nicht, er weiss bis heute nicht, was genau vorgefallen ist, er weiss nur, dass dieser Mistkerl, dieser Mensch, der es nicht verdient hat zu leben mir dieses tragische Trauma zugefügt hat.

Er konnte mir Wochenlang nichtmehr ins Gesicht sehen, es war für ihn genauso hart wie für mich.
Nur, dass ich das ganze schon einige Jahre mit mir rumschleppte.
Um genau zu sein 11.
Ich war darmals 9 und empfand es noch nicht als wirklich schlimm.
Doch wenn ich heute so darüber nachdenke würde ich am liebsten Sterben.


Ich hatte nie wirklich viele Freundinnen und seit dieser Zeit war ich mehr mit Jungs unterwegs, warum genau weiss ich nicht, schließlich war es ein Junge, der mir schlimme Sachen antat.



Mein heutiges ich..
Ich fange am Besten heute an.
Ich bin 20 Jahre alt, habe meine Schule gut abgeschlossen, meine Ausbildung mit 1,5 und arbeite nun Fest angestellt in einem Namenhaften Unternehmen.
Ich wohne in meiner eigenen Wohnung und regel alles soweit ganz gut.


Seit 14 Monaten bin ich mit meinem Freund zusammen und überglücklich ihn zu haben.
Er ist einfach das Beste, was mir je passieren konnte.
Im Februar diesen Jahres sind wir zusammen in unsre erste Wohnung gezogen, dass war der wohl schönste Tag meines Lebens, als ich die erste Nacht mit ihm in unsren eigenen 4 Wänden schlafen durfte.
Es waren 7 wunderschöne Monate, die wir in unserem Nest verbrachten, doch vor 2 Monaten zog er wieder aus, doch dazu komm' ich ein anders mal.


Mein Freund ist der Grund dafür, warum ich heute anfange diesen Blog zu schreiben.
Er hat mir klargemacht, dass ich lernen muss mit meinem Problem umzugehen und, dass ich nicht davor weglaufen kann.
Ich will mein Problem mit der Welt teilen und vielleicht finde ich Mädchen, oder auch Jungs, denen es genauso ergangen ist.
Vielleicht kann ich jemandem damit helfen, aber vielleicht, helfe ich auch mir selbst damit.